Gartenbauvereine
helfen Mensch und Natur

Gartentipp des Monats

Gärtnern mit Stein: zeitgemäßer Minimalismus oder ökologischer Supergau? Wer auf ausgeräumte Gärten setzt, schafft sich damit mehr als nur ein Problem. Dabei geht's ja auch anders: Wo Kies und Schotter Sinn machen und welche Blütenpflanzen sich hier besonders wohl fühlen, erfahren Sie in unserem Gartentipp!

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Gartenbauverein Oberleiterbach

Unsere Vorstandschaft (v.l.): Rosemarie Kropp, Sonja Göbel, Melanie Horn, Regina Stöhr, Andrea Hümmer, Angela Hennemann, Andrea Amon, Harald Hümmer

Unser Verein hat in den letzten Jahren viele Neumitglieder gewinnen können und besteht derzeit aus rund 80 Mitgliedern. Der Mitgliedsbeitrag für Erstmitglieder beträgt derzeit 13,- € im Jahr, für Zweitmitglieder 6,- €. Der Verein bezieht für die Erstmitglieder die Zeitschrift des Landesverbandes „Der Gartenratgeber“. Vereinsmitglieder können unentgeltlich einen Vertikutierer bei Alfons Hennemann ausleihen (Einsiedler-Ivo-Straße 5).

Ansprechpartner

1. Vorsitzender Harald Hümmer

2. Vorsitzende Angela Hennemann
Leuchtersbrunnen 1, 96199 Oberleiterbach
Tel. 09547/8705441
angela.hennemann(at)gmx.de

Insektenparadiese aus Goldblume, Kerbel und Zahnöhrchen-Margarite

Prächtige Blühstreifen statt schnöder Rasenflächen: Der Gartenbauverein hat 80 Quadratmeter im Dorf umgewandelt. Die Dorfjugend hat nun die "Insektenkindergärten" eingerichtet.
13.07.19

Hannah ist ganz verzückt von den neuen Blühstreifen im Ort. Am liebsten würde sie sich mittenrein legen, um die blühende Pracht ganz aus der Nähe betrachten zu können. Ihr Auftrag aber ist an diesem Tag ein anderer: Gemeinsam mit den anderen Kindern der Dorfjugend wertet die Dreijährige die kleinen Tierparadiese mit den Insektenhotels auf, die sie im vergangenen März gebastelt hatten.

"Wir haben im Dorf viele öffentliche Rasenflächen, die während der Dorferneuerung entstanden sind, mit dem Gartenbauverein zu Blühflächen umgewandelt. Damit die Insekten ein neues Zuhause bekommen", erklärt Angela Hennemann, eine der beiden Leiterinnen der Jugendgruppe, den kleinen Naturschützern. "Das haben Ivo Hennemann, Werner Dümig, Adolf Demuth, Regina Stöhr und Andrea Hümmer dann Anfang Mai gemacht und zirka 80 Quadratmeter ansgesät." Dazu nahmen die Gartler die Grasnarbe ab und brachten das mit Schrot vermischte Saatgut aus. "Wir haben zwei verschiedene Saatmischungen verwendet. Beide sind mehrjährig und sollen nur einmal im Jahr – im Herbst – abgemäht werden." Berichtet Vorstandsmitglied des Gartenbauvereins Andrea Hümmer.

So wurde außerhalb des Friedhofs am Wall die Artenreiche Fettwiese gesät. "Sie enthält neben Kornblumen beispielsweise auch Wilde Möhre, Wiesen-Kerbel, Kuckckus-Lichtnelke, Rotes Straußgras und Schafschwingel." Die Blühflächen im Dorfkern selbst sind was für das Auge – und ganz nach Hannahs Geschmack. Andrea Hümmer erklärt: "Diese Saatmischung enthält einen geringeren Anteil an Gräsern und blüht auffälliger. Sie enthält beispielsweise Jungfer im Grünen, Moschusmalve, Pfirsichblättrige Goldblume und Zahnöhrchen-Margarite." Von der Auswahl des Saatguts, über die Anleitung für eine erfolgreiche Aussaat, bis hin zur Pflegeanleitung stand den Gartlern Kreisfachberaterin Claudia Kühnel mit Rat und Tat zur Seite.

Doch genug der Theorie: Jetzt dürften die Kinder ran. Gemeinsam mit Angela Hennemann und Sonja Göbel schreiten sie zur Tat. Die dünnen Metallstäbe mit den Insektenhotels in Biene-Maja-Optik sind schnell verankert. Ein kleiner Schritt für die Kinder, ein großer für die Sechsbeiner: In die Schilfröhrchen im "Kindergarten für Insekten" sollen schon bald Scherenbiene, Grabwespe, Löcherbiene und Co. einziehen. Hannah jedenfalls wird öfters vorbeikommen und nachsehen. Sehr zur Freude von Kreisfachberaterin Claudia Kühnel: Es ist eben nie zu früh, Naturschützer zu werden.

M. Drossel

Jahresprogramm 2019

Dienstag, 5. Februar - 19.00 Uhr
Fachvortrag "Biodiversitätsprojekte in Oberfranken", Referent G. Bergner, Regierung von Oberfranken, im Gemeinschaftshaus

Samstag, 6. April - 19.30 Uhr
Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen im Gemeinschaftshaus, Küche von 18.30 Uhr bis zum Beginn der Veranstaltung und im Anschluss

Dienstag, 9. April - 14.00 Uhr
Bindes des Bogens und Gestalten der Eier für den Osterbrunnen, Kaffee und Kuchen im Anschluss, Treffpunkt: Hof von 2. Vorsitzender Angela Hennemann, Leuchtersbrunnen 1

Freitag 12. April - 17.00 Uhr
Schmücken des Osterbrunnens, im Anschluss Spanferkel mit Kraut und Klöß, Treffpunkt: Kleiner Dorfplatz

Mai - Informationsveranstaltung: Planung der Eingrünung des Gemeinschaftshauses, genauer Termin wird noch bekannt gegeben

Juni - Fachvortrag "Naturschutz in landwirtschaftlichen Pachtverträgen", Referent: Karl Bär, Umweltinstitut München, genauer Termin wird noch bekannt gegeben

Mittwoch, 12. Juni - 10.00 - 17.00 Uhr
Ferienaktion zusammen mit der Dorfjugend: Säen von Wildblumenwiesen auf öffentlichem Grün, im ganzen Dorf

Sonntag, 14. Juli - 10.00 Uhr
Dorffrühstück nach dem Gottesdienst, auf dem Festplatz am Gemeinschaftshaus

Samstag, 19. Oktober - 19.00 Uhr
Herbstfest mit süffigem Bier aus der Umgebung, kulinarischen Leckerbissen und Tanz, im Gemeinschaftshaus

Samstag, 30. November - 17.00 Uhr
Warten auf den Nikolaus bei selbstgemachtem Glühwein, leckeren "Bratwörscht" und anderen Leckereien, auf dem Festplatz am Gemeinschaftshaus

Spielplatzeinweihung in Oberleiterbach

Ein neuer Spielplatz für Oberleiterbach

Im Rahmen der Dorferneuerung engagierte sich der Gartenbauverein Oberleiterbach für die Neugestaltung des örtlichen Spielplatzes. In Abstimmung mit der Marktgemeinde übernahm der Verein die Patenschaft für den Spielplatz am Eichenweg und machte sich bereits im März 2014 an die Planung. Natürlich sollten dabei vor allem die späteren Nutzer mitreden: Die Anregung der Kinder und Jugendlichen vor Ort war es, den bestehenden Bolzplatz zu verkleinern und so Platz für mehr Spielgeräte zu gewinnen.

Nach Besichtigung vieler guter Spielplatz-Beispiele in der Umgebung entwickelten die Aktiven des Vereins gemeinsam mit der beauftragten Planerin, Landschaftsarchitektin Elke Döhler, einen Entwurf für das neue Gesicht des Spielparadieses. Nach Klärung der Finanzierung, die sich der Markt Zapfendorf, das Amt für Ländliche Entwicklung und der Gartenbauverein teilten, konnte es im Juni 2014 losgehen: Der alte Spielplatz wurde beräumt, ein Wall an der Grenze modelliert, eine Sitzstufenanlage gebaut und die ersten der neu gelieferten Spielgeräte aufgestellt. Viele fleißige Helfer waren auch Mitte März 2015 wieder dabei, als das Gelände neu bepflanzt wurde.

Bis zur Spielplatzeröffnung am 19. Juli 2015 war noch Zeit, die restlichen Arbeiten zu erledigen. Endlich hat die Oberleiterbacher Jugend ein neues Refugium! Unsere Eröffnungsfeier war ein voller Erfolg und der Spielplatz wurde begeistert angenommen. Dank gilt allen, die mit angepackt haben: Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer, die einen erheblichen Anteil der Kosten durch Eigenleistung abdecken konnten, wäre das Spielplatz-Projekt nicht in dieser Form möglich gewesen.

 

Der Osterbrunnen wird geschmückt

Das Schmücken des Osterbrunnens am Samstag vor der Karwoche hat sich mittlerweile als erstes Event im Vereinsjahr etabliert. Das Osterbrunnen-Team des Vereins gestaltet "live" den Brunnenschmuck, während Jung und Alt gemeinsam ein paar gemütliche Stunden genießen. Obligatorisch sind dabei inzwischen die ersten Bratwürste des Jahres. Bei gefühlten Minustemperaturen im kalten Frühjahr 2013 besonders heiß begehrt war das offene Lagerfeuer. Der fertig gestellte Osterbrunnen war schließlich wie immer ein echtes Schmuckstück!

 

Weinfest 2015

 

Oberleiterbacher Dorfweihnacht

 
Renovierung des Insektenhotels im Kinder- und Jugendprogramm

Leitfaden der Vereinsausrichtung

Den zur Verfügung stehenden Lebensraum kontinuierlich zu verschönern und damit die vorhandene Lebensqualität in Oberleiterbach zu erhöhen, steht seit dem Beginn der Vereinsgründung im Mittelpunkt der Vereinstätigkeit im Gartenbauverein Oberleiterbach.

Die Erreichung dieses Ziels setzt voraus, gestalterisch auf einer möglichst breiten Basis innerhalb der Dorfgemeinschaft wirken zu können. Die Dorfbewohner, die aktiv auf den vorhandenen Lebensraum im Dorf einwirken können, sollten somit durch die Vereinstätigkeit angesprochen und für den Verein gewonnen werden.

Der Blick auf die derzeit vorhandene Alterstruktur im Verein zeigt auf, dass mehr als 70% der Vereinsmitglieder 50 Jahre und älter sind. Während der nächsten Jahre wird eine Verjüngung der vorhandenen Altersstruktur und damit einhergehend ein Generationswechsel das zentrale Thema der Vereinsausrichtung sein und noch stärker als bisher in den Vordergrund rücken.

Im Zusammenwirken der älteren und jüngeren Generation, wird es das primäre Ziel sein, in Oberleiterbach attraktiv zu sein und auch so wahrgenommen zu werden. Hierbei ist die persönliche und positive Einbindung einer der zentralen Aspekte. Es reicht nicht aus, als reiner Veranstalter von Festen oder kulturellen Aktionen zu agieren. Der Schwerpunkt wird, insbesondere auch unter Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen, stärker in gemeinsamen Aktivitäten und Veranstaltungen liegen und als Investition in die Zukunft gesehen werden. Langfristig soll damit eine Basis geschaffen werden, kommende Herausforderungen aktiv und gemeinsam mit dem Gartenbauverein gestalten zu können.

Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" 1977

Aus der Vereinsgeschichte

Leider gibt es keine Dokumente, welche die Gründung des Gartenbauvereins beweisen können. Aber nach Aussagen älterer Bürger soll schon in den 20er Jahren ein ähnlicher Zusammenschluss bestanden haben. In dieser Zeit fungierte der Dorfschullehrer Keller als Vorsitztender, der Schmiedmeister Keller als Kassier, Baptist Dumsky als Baumwart und Georg Gagel als Beisitzer. Als Hauptaufgabe wurde damals schon Sammelbestellungen für Obstbaumbepflanzungen durchgeführt. In den Kriegswirren der 30er Jahre lösten sich die Vereinsaktivitäten auf.

Die Aufzeichnungen des heutigen, eigentlich noch jungen Vereins begannen am 12. Februar 1974. Die Neugründung war, unter Mithilfe des damaligen Kreisfachberaters Georg Stöcklein, der Verdienst unseres Ehrenvorstandes und früheren Marktgemeinderates Alfred Hümmer. Sie konnten die Oberleiterbacher Bürger begeistern, den heute existierenden Gartenbauverein mit 21 Mitgliedern zu gründen.

Am Anfang stand vor allem der Blumenschmuck im Vordergrund. Außerdem pflanzte der Verein im Dorf verschiedene Bäume, die einzelnen Anwesen wurden hergerichtet, der neue Friedhof umgestaltet und ein Spielplatz gebaut.

Bereits 1975 ging Oberleiterbach im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ als Kreissieger im Landkreis Bamberg hervor. Ein Jahr später wurde das Dorf Bezirkssieger und konnte im Juni 1977 am Landesentscheid teilnehmen. Aus 20 Dörfern erhielten 6 Ortschaften eine Goldmedaille, darunter auch Oberleiterbach. Der Ort war damit gleichzeitig für den Bundesentscheid qualifiziert.

Im August 1977 traf die Bundes-Kommission ein. Die Besichtigung erstreckte sich auf mehrere Kriterien, wie Gebäude und Hofanlagen, Ortsbild und Blumenschmuck, Gemeinschaftseinrichtungen und Flurgemarkung. Die frohe Kunde von der Erringung des „Bundesgoldes“ verbreitete sich im Dorf wie ein Lauffeuer. Pfingsten 1979 weihte Pfarrer Brütting den neuen Brunnen als „Schlussstein“ des Wettbewerbs ein. Seither wird der Brunnen von Mitgliedern zu Ostern prachtvoll geschmückt.

In jüngerer Zeit hat sich der Gartenbauverein beim Bau des neuen Gemeinschaftshauses im Jahre 1996 durch Mithilfe und finanzielle Unterstützung beteiligt.