Gartentipp des Monats

Bütentraum und Wuchskraft - zweijährige Stauden sind besondere Hingucker im Garten. Für Insekten und Vögel ist ihre Blütenfülle und der reiche Samenansatz ein wahrer Segen. Wer mit ihnen gärtnert, darf lernen, sich am Zufall zu freuen.

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Prachtvolle Pfingstrosen

Im ländlichen Gärten fällt im späten Frühjahr oder frühen Sommer eine besonders prächtige Vertreterin der Blütenstauden ins Auge: Die Pfingstrose. Zwar ist ihre Blütezeit eher kurz, doch das außergewöhnliche Farbfeuerwerk der großen Blüten in leuchtenden Farben macht sie zu einem wichtigen Bestandteil traditionell gestalteter und auch moderner Staudenpflanzungen. Viele Pfingstrosen duften zudem hervorragend und gerade die ungefüllten Sorten bieten mit strahlend gelben Staubblättern eine Fülle an Pollen für Bienen auf Futtersuche.

Intersektionelle Hybriden sind Kreuzungen aus Edel- und Strauch-Pfingstrosen

Bereits im April erblüht die in Europa seit alters her als Heilpflanze kultivierte Bauerngarten-Pfingstrose (Paeonia officinalis). Rund zwei Wochen später folgen die ersten Sorten aus der Gruppe der Edel-Pfingstrosen (Paeonia-Lactiflora-Hybriden), deren Elternarten aus China stammen. Eine große Sortenvielfalt lässt inzwischen kaum noch Wünsche offen: Von einfachen bis dicht gefüllten Blüten erstrahlt eine Farbpalette von Tief Dunkelrot über Rosa und Magenta bis Weiß. Wer geschickt plant, kann den Blütenreigen in seinem Garten unter günstigen Bedingungen bis zum Juni ausweiten.

Eine Besonderheit sind die aus China und Japan stammenden Strauch-Päonien (Paeonia suffruticosa), die teilweise verholzen und damit eher zu den Strauchgehölzen zu rechnen sind. Sie sind etwas kälteempfindlich und benötigen in rauen Lagen einen zusätzlichen Winterschutz. Relativ neu am Markt sind die sogenannten Intersektionellen Hybriden, die aus einer Kreuzung zwischen Edel-Pfingstrosen und Strauch-Päonien entstanden sind. Sie wachsen kompakt und tragen sehr große, einzeln erscheinende Blüten auf stabilen Stengeln.

Pfingstrosen können sehr alt werden - und entwickeln sich jedes Jahr schöner!

Alle Pfingstrosen zeichnen sich dadurch aus, dass sie an zusagenden Standorten äußerst langlebig sind. Sie lieben nährstoffreiche, luft- und wasserdurchlässige Böden an sonnigen Plätzen, kommen aber auch unter weniger optimalen Bedingungen problemlos auf eine Lebenszeit von mehreren Jahrzehnten. Dabei werden die Horste mit der Zeit immer kräftiger, die Blüte reichhaltiger. Das Umpflanzen nehmen die Schönheiten dagegen übel: Oft reicht die Majestätsbeleidigung so tief, dass nach dem Teilen oder Umsetzen jahrelang die Blüte ausfällt.

Schwere, gefüllte Blütenköpfe auf langen Stielen neigen zum Umkippen. Der umsichtige Gärtner steuert rechtzeitig mit Aufbinden oder Stützen entgegen - oder er lebt schlichtweg mit der Eigenart der Paeonien, sich malerisch ihren Begleitpflanzen entgegen zu neigen. Neuere Züchtungen überraschen oft mit ihrer Standfestigkeit, die man als Qualiätskriterium inzwischen hoch ansetzt.

Übrigens: Mit echten Rosen sind die Pfingstrosen nicht verwandt. Eine Kombination ist nicht unbedingt empfehlenswert, denn Rosen und Pfingstrosen gehören zu den Pflanzen, die sich gegenseitig negativ beeinflussen.

Ein zauberhaftes Paar: Paeonia lactiflora 'Bowl of Beauty' und Mutterkaut

Zauberhafte Begleiter für Paeonien sind Stauden, die leichte, wolkige Strukturen bilden, in denen die prächtigen Blüten aufleuchten wie ein kunstvoll arrangiertes Bouquet. Das kurzlebige, aber willig aussamende Mutterkraut (Tanacetum parthenium) versteht sich prächtig mit der Pfingstrose, ebenso der anspruchslose Frauenmantel (Alchemilla mollis), die duftende Nachtviole (Hesperis matronalis) und diverse Arten und Sorten des Storchschnabels (Geranium), darunter besonders der dunkelviolett blühende Pracht-Storchschnabel (Geranium x magnificum).

Interessante Partner sind auch die gleichzeitig blühende Hohe Bart-Iris (Iris-Barbata-Elatior-Hybriden), Zierlauch-Arten (Allium), Akelei (Aquilegia vulgaris) und der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea).